Quotierte Redeliste

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In vielen Diskussionsrunden (z.B. bei der Bundesversammlung der Grünen) gelten quotierte Redelisten, die zumeist nach Geschlecht unterscheiden. Dabei werden Diskussionsteilnehmer, die einen Redebeitrag anmelden, nach ihrem Geschlecht in getrennte Redelisten eingetragen - jeweils für Männer bzw. für Frauen. Der Redeleiter lässt dann Männer und Frauen abwechselnd zu Wort kommen.

Ist die Redeliste für Frauen erschöpft, so gibt es mehrere Varianten:

  • die Redeliste der Männer wird abgearbeitet, aber jede Frau, die sich zu Wort meldet, erhält sofort das Wort. Dies wird auch "hinein quotieren" genannt.
  • die Diskussion ist beendet. Diese Variante heißt auch hart-quotierte Redeliste.

[edit] Motivation

Befürworter quotierter Redelisten gehen von einem unterschiedlichen Redeverhalten bei Männern und Frauen aus. Demnach sei das Redeverhalten von Männern dominanter und das von Frauen zurückhaltender. Die Quotierung soll hier für einen Ausgleich sorgen.

[edit] Kritik

Die abwechselnde Erteilung des Wortes nimmt implizit an, dass die Teilnehmer der Diskussionsrunde jeweils zur Hälfte aus Männern und Frauen bestehen. Oft ist das aber nicht der Fall. Z.B. kann in einer Diskussion mit übergroßem Frauenanteil ein einzelner dominant redender Mann jedes zweite Mal das Wort erhalten, wenn keine anderen Männer das Wort wünschen.

Die Quotierte Redeliste hilft auch nicht gegen dominante Frauen und sie unterstützt nicht zurückhaltende Männer.

Fraglich ist auch, wie mit Transgendern verfahren werden soll. Die Quotierte Redeliste verlangt die Festlegung auf ein Geschlecht und muss sich somit dem Vorwurf des Sexismus aussetzen.

[edit] Alternative

Als Alternative zur quotierten Redeliste schlage ich die Balancierte Redeliste vor.

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